Impuls des Monats
„Liebe Freunde, seid schnell bereit, zuzuhören, aber lasst euch Zeit, ehe ihr redet oder zornig werdet.“
Jakobus 1,19 (NLB)
Zuhören mit Aufmerksamkeit
Dieser Vers begleitet mich schon lange und fordert mich immer wieder neu heraus. Wie schnell neige ich dazu, selbst zu reden oder die Worte anderer sofort zu kommentieren oder zu bewerten?
Zuhören musste ich lernen – in meiner Arbeit als Seelsorgerin, noch mehr aber in der Krisenintervention (Psychosoziale Notfallversorgung). Jeder Mensch wünscht sich, gehört und in seiner Situation wahrgenommen zu werden. Darum ist es so wichtig, wirklich zuzuhören und nicht schon nach den ersten Worten mit einer eigenen Einschätzung zu reagieren.
Beim Reden sollten wir bedenken: Worte können helfen, aber auch tief verletzen. Deswegen lieber nochmal nachdenken bevor die Worte heraussprudeln.
Dann ist da noch der Zorn, der uns oft so schnell überkommt, dass es schwerfällt, ihm nicht nachzugeben. Zorn an sich darf sein, denn es gibt immer wieder Gegebenheiten, die zornig machen können. Wenn wir Zorn spüren, ist es hilfreich, darüber nachzudenken, warum uns etwas so bewegt, während andere scheinbar unberührt bleiben.
Wie wäre es in einer Familie, in einer Firma oder in einer Kirchengemeinde, wenn sich alle an diesen Rat halten würden? Für mich ist das eine wunderbare Vorstellung von Gemeinschaft, die wirklich gelebt wird.
Für den Monat Juni wünsche ich Ihnen, dass Sie in Ihren Begegnungen erleben, wie es ist, wirklich gehört zu werden, und dass Sie sich gesehen und angenommen fühlen.
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